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Energiebewertung

Energie ist in allen Futtermitteln, ausgenommen in den rein mineralischen, enthalten. Sie ist Bestandteil der organischen Substanz und wird beispielsweise frei, wenn diese Futtermittel „verbrannt“ werden. Die beim Verbrennen frei werdende Energiemenge wird als Bruttoenergie (BE) oder Gesamtenergie (GE = englisch gross energy) bezeichnet. Diese ist allerdings nicht identisch mit derjenigen, die für Erhaltung und Leistung zur Verfügung steht. So hat beispielsweise 1 kg Stroh die gleiche Menge an Bruttoenergie wie 1 kg Getreide. Stroh kann aber nicht einmal den Erhaltungsbedarf von Kühen decken, während Getreide zur Energieanreicherung von Rationen eingesetzt wird. Es müssen also Unterschiede in der „Verwertung“ von Energie bestehen.

Energieverluste treten bei allen Verdauungs- und Stoffwechselvorgängen auf. Verlust entsteht dadurch, dass aufgenommene Energie mit dem Kot wieder ausgeschieden wird. Der mit dem Kot ausgeschiedene Anteil an Futterenergie variiert zwischen den einzelnen Futtermitteln sehr stark. So werden beim Stroh 60 % mit dem Kot wieder ausgeschieden, beim Getreide aber nur rund 11 %. Der nicht ausgeschiedene Anteil passiert die Wand des Magen-Darm-Kanals, ist also „verdaut“. Er wird als verdauliche Energie (VE oder DE = englisch digestable energy) bezeichnet. Von der verdaulichen Energie wird ein Teil mit dem Harn ausgeschieden (der Harn enthält energiereiche Verbindungen). Ein weiterer Teil wird bei der Vergärung im Pansen von Mikroorganismen in Methan umgewandelt, welches mit dem „Rülpsen“ ausgeschieden wird.

Die im Körper verbleibende Energie steht nun für die Umsetzung in Leistung zur Verfügung und wird daher als umsetzbare Energie (ME= englisch metapolizable energy) bezeichnet. Bei allen Umsetzungsprozessen im Tierkörper wird jedoch Wärme frei, die vom Körper abgestrahlt wird und somit verloren geht. Zieht man diesen Anteil von der umsetzbaren Energie ab, so verbleibt letzten Endes die Nettoenergie (NE). Sie umfasst den Anteil an der Gesamt-Futterenergie, der den Tieren zur Erhaltung und Umsetzung in Leistung zur Verfügung steht (Milch, Kalb, Zuwachs).

Die Nettoenergie (NE) ist der Energieanteil, der den Tieren zur Deckung des Erhaltungs-und Leistungsbedarfes nach Abzug aller Energieverluste zur Verfügung steht. Die exakteste Methode zur Ermittlung des Gehaltes an Nettoenergie ist der Hammeltest. In diesem Verdauungsversuch wird das Prüffutter zusammen mit Heu über drei Wochen an Hammel gefüttert. In der letzten Versuchswoche wird der Kot mengenmäßig erfasst und wie das Futter analysiert. Die Verdaulichkeit der Nährstoffe des Heus wird ebenfalls an Hammeln ermittelt. Durch Differenzrechnung ergibt sich die Verdaulichkeit der Nährstoffe des Prüffutters. Hieraus können die Gehalte an ME und NEL ermittelt werden. Der Nachteil dieses Verfahrens sind seine hohen Kosten. Daher wurde der Hohenheimer Futterwerttest (HFT), auch Gastest genannt, entwickelt. In diesem Verfahren werden die Verdauungsverhältnisse des Pansen weitgehend nachgeahmt. Pansensaft und 200g Futtermittel werden mit einer Pufferlösung unter definierten Bedingungen zusammengebracht und nach 24 Stunden die Gasbildung ermittelt, die zusammen mit den Rohnährstoffgehalten zur Bestimmung der Nettoenergie dient. Die Gasbildung ist Bestandteil der Formel, mit der im Rahmen der amtlichen Futtermittelkontrolle der Energiegehalt von Milchleistungsfuttern geschätzt wird.

Die Neto Energie Laktation (NEL / MJ) eines Futtermittels sagt aus, welche Menge an Energie bei der Verfütterung netto für die Milchbildung zur Verfügung steht. Sie errechnet sich aus den Rohnährstoffen, der Verdaulichkeit und bestimmten Verwertungsfaktoren. Dabei wird unterstellt, dass die umsetzbare Energie (ME) zu 60 % ausgenutzt wird.